Arboristik studieren in Göttingen

Diese Seite stellt den Bachelor Arboristik an der HAWK in Göttingen vor – den ersten Arboristik-Studiengang Deutschlands. Seit 2023 gibt es in Freising einen zweiten, anders ausgerichteten Studiengang; er ist weiter unten kurz beschrieben.

Arboristik ist ein Bachelorstudiengang, der interdisziplinäres Wissen über Stadt- und Straßenbäume vermittelt. Er qualifiziert für alle Berufe, die sich mit Bäumen im besiedelten Raum befassen – in Planungs- und Sachverständigenbüros, Baumpflegeunternehmen, Grünflächen- und Naturschutzämtern, im Garten- und Landschaftsbau oder in der Selbstständigkeit. Durch das wissenschaftlich fundierte Studium haben Arboristen die Chance, bessere Bedingungen für Bäume zu schaffen und der Gesellschaft die vielfältigen Funktionen der Bäume zu erhalten.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen hat den ersten Arboristik-Studiengang Deutschlands eingerichtet und war zwei Jahrzehnte lang der einzige Anbieter. Nach 6 Semestern (3 Jahre, Vollzeit, 180 ECTS) erhalten Absolventinnen und Absolventen den akademischen Titel „Bachelor of Science“. Gelehrt wird in kleinen Semestergruppen von etwa 40 Personen und mit hohem Praxisanteil, unter anderem von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Forschungsschwerpunkte sind Gehölzpathologie, Baumdiagnose, Gehölzwertermittlung und Stadtböden.

Auf einen Blick: Fakultät Ressourcenmanagement, Göttingen · Beginn zum Wintersemester · zulassungsbeschränkt · Bewerbung bis 15. Juli · Unterricht auf Deutsch

Schwerpunkte des Arboristikstudiums:

  • Stadtbaummanagement
  • Baumkontrolle und Verkehrssicherheit
  • Stadt- und Landschaftsplanung
  • naturwissenschaftliche Grundlagen
  • Wirtschaftswissenschaften und Fachrecht
  • Kommunikation und Personalführung

Berufsbilder der Arboristik · Masterstudium – zum Beispiel „Urbanes Baum- und Waldmanagement“ an der HAWK

Studiengang Arboristik an der HAWK Göttingen

Auch in Freising: Arboristik & urbanes Waldmanagement

Seit dem Wintersemester 2023/24 bietet die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) in Freising einen zweiten Arboristik-Studiengang an. Er dauert 7 Semester mit einem Praxissemester im 5. Semester und schließt mit dem „Bachelor of Engineering“ ab.

Trotz des ähnlichen Namens ist er anders gelagert. Er gehört zur Fakultät Wald und Forstwirtschaft und verbindet die Arbeit am Einzelbaum mit dem Management stadtnaher Wälder. Baumspezifische Pflichtmodule – Arbeit an Bäumen, Baumgesundheit, Baumkontrolle und -diagnose, Baumstatik, Bäume im Klimawandel – machen etwa ein Sechstel der Pflichtmodule aus. Breiten Raum nehmen Grünplanung und Recht ein (Planungs-, Vergabe- und Bauvertragsrecht, ökologische Baubegleitung, Umweltplanung), dazu Besucherlenkung und Partizipation sowie forstliche Wahlfächer. Der Göttinger Studiengang ist der ältere – der erste seiner Art in Deutschland – und stärker auf Baumpflege, Baumkontrolle und Sachverständigenwesen ausgerichtet.

Studiengang Arboristik & urbanes Waldmanagement an der HSWT

Fortbildungen in der Baumpflege

Neben dem Studium gibt es Fortbildungen für die ausführende Baumpflege und Baumkontrolle. Wer Gärtner, Forstwirt oder Landwirt gelernt hat oder mehrere Jahre Praxis in der Baumpflege mitbringt, kann sich zum „Geprüften Fachagrarwirt Baumpflege“ – seit 2021 auch „Bachelor Professional Baumpflege“ genannt; die Bezeichnung stellt die Fortbildung auf dieselbe Qualifikationsstufe wie einen Hochschul-Bachelor, ist aber kein Studienabschluss – fortbilden. Mit mindestens einem Jahr Baumpflegepraxis lässt sich das europäische Zertifikat „European Tree Worker“ erwerben; für Leitungs- und Kontrollaufgaben gibt es den „European Tree Technician“. Einen eigenen Ausbildungsberuf zum Baumpfleger gibt es nicht.

Einen Überblick über Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Baumpflege – vom Baumkontrolleur über Fachagrarwirt, Tree Worker und Tree Technician bis zum Studium – gibt der Fachverband Baumpflege.