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Michael
Müller-Inkmann, M.Eng.

Bis Ende 2014 promovierend im Forschungsvorhaben RÜWOLA – Ein Verbundprojekt der HAWK Göttingen und der Hochschule Osnabrück. Ziel ist es Bodenfunktionen auf forstlichen Rückegassen nachhaltig zu sichern.

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Untersuchungen zum Trockenstress an Platane

In diesem Artikel stellen wir die Zusammenfassung der Arboristik-Bachelorarbeit von Michael Müller-Inkmann vor.

Die ahornblättrige Platane ist ein häufig anzutreffender Baum in zahlreichen deutschen Städten. Sie wurde aufgrund ihrer günstigen Eigenschaften angepflanzt. Aktuell wird die Verwendung als Stadtbaum diskutiert. Grund dafür ist die Massaria-Krankheit. Sie sorgt für erhebliche Probleme bei der Verkehrssicherheit, da erkrankte Bäume relativ rasch Äste abwerfen. Insbesondere nach trockenen und sehr heißen Sommern wurde ein verstärkter Befall durch den Erreger der Massaria-Krankheit (Splanchnonema platani) beobachtet. Offenbar wird dies durch eine erhöhte Schwächung der Platane nach Trockenperioden verursacht. Weshalb der Pilz ausschließlich an der Astbasis auf der Astoberseite zu Nekrosen führt, konnte bisher nicht geklärt werden.

Im Vordergrund dieser Arbeit steht die Frage, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen der Wasserversorgung der Platane und dem Auftreten der Massaria-Krankheit gibt. Um dies zu klären, wurden Containerpflanzen von Platanus x acerifolia, Platanus occidentalis und Platanus orientalis untersucht. So wurden unter anderem die Blattflächen, die Frisch- und Trockengewichte sowie die Blattwasserpotentiale dieser drei Arten aufgenommen. Außerdem fanden Blattwasserpotentialmessungen an zwei etwa 45 Jahre alten ahornblättrigen Platanen in verschiedenen Höhen und an Ästen unterschiedlicher Vitalität statt. Die Ermittlung der Wasserpotentiale erfolgte durch die Scholandermethode.

Es wurde festgestellt, dass eine Reduzierung der Blattanzahl um 30 % zu einem erhöhten Ausfall der Versuchspflanzen führt. Bei einem Befall durch Apiognomonia veneta konnten unterschiedliche Befallsstärken zwischen den Arten P. x acerifolia, P. occidentalis und P. orientalis beobachtet werden. Darüber hinaus zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Trieblänge und dem Blattwasserpotential gegen Mittag. Das Dämmerungswasserpotential der Oberkrone wies negativere Werte auf als in der Unterkrone. Die Blattwasserpotentiale gegen Mittag waren in der Oberkrone negativer als in der Unterkrone. Weiterhin wurde ein Unterschied im Blattwasserpotential zwischen den Monaten Juli und August festgestellt. Der Monat August wies insgesamt negativere Wasserpotentiale auf.