Zum Autor:

M.Eng. Kilian
Rüfer

Der Mediengestalter, Arborist und Ingenieur für erneuerbare Energien bietet Medien-Arbeit für Nachhaltiges und ist Mitgründer von Arboristen.de.

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Ein akademischer Weg: Interview mit Michael Müller-Inkmann

Hallo Michael, du hast als Bachelor Arboristik studiert und anschließend an der HS Osnabrück das Masterstudium Management im Landschaftsbau abgeschlossen.

Jetzt promovierst Du.

Was ist das Thema Deiner Doktorarbeit?
Der Arbeitstitel des Dissertationsvorhabens lautet „Gefügebildung durch Regenwürmer und Pflanzenwurzeln in verdichteten Waldböden – Möglichkeiten der Förderung für eine beschleunigte Regeneration von Fahrspuren im Wald.“

Und gibt es Möglichkeiten zur Beschleunigung der Regeneration?

Derzeit kann ich noch keine befriedigende Antwort liefern. Allerdings sei so viel angemerkt: Regenwürmer und Wurzeln haben ein enormes Potential verdichteten Boden zu erschließen. Eigene Versuche haben gezeigt, dass Regenwürmer selbst stark verdichteten Boden durchdringen können. Sie lösen dabei den Boden zuerst mit Sekret an und fressen ihn anschließend auf. Man könnte von einem „durch den Boden lutschen“ sprechen, denn sie haben ja bekanntlich keine Zähne. Außerdem ist die Schwarzerle sehr vielversprechend. Sie kann sogar bei Sauerstoffmangel überleben, indem sie ein Leitgewebe ausbildet und den Luftsauerstoff zu den Wurzeln transportiert. Das ist für uns von großem Interesse, da bei Bodenverdichtung oftmals die Bodenbelüftung stark gestört ist.

Wie Schwierig war der formale Zugang als Absolvent einer Fachhochschule?

Das war letztlich kein so großes Problem, da ich einen Masterabschluss habe und die kooperierende Universität diese „neuen“ Abschlüsse formal bereits umgesetzt hatte. Somit musste ich nur die Promotionsordnung studieren, einen offiziellen Antrag samt Anhängen stellen und natürlich alles mit meinem Doktorvater abstimmen. In diesem Zusammenhang kann ich jedem nur raten die Promotionsordnung des Fachbereichs kritisch zu lesen, da es dort immense Unterschiede zwischen den Universitäten geben kann.

Wie hilft dir dein Studium auf dem akademischen Weg?

Meine Forschungsarbeit betrifft oft verschiedene Fachbereiche und stellt mich regelmäßig vor neue Herausforderungen. Dabei sind es oft die sogenannten Geistesblitze die mir weiterhelfen. Mal ist es eine Grafik aus einem guten Skript, mal der Spruch oder die Marotte eines Dozenten und ein anderes Mal die Diskussion während eines Treffens einer längst aufgelösten Lerngruppe. Dann weiß ich sofort wo ich nachsehen muss oder wen ich anschreiben sollte, um eine Aufgabe zu lösen. Daher bin ich sehr froh zwei Studiengänge mit verschiedenen Schwerpunkten absolviert zu haben. Dadurch kann ich auf ein breit gefächertes Spektrum zurückgreifen.

Was würdest Du Studenten*innen mit einer Leidenschaft zum Forschen raten?

Sie sollten sich sehr früh mit der Frage „Will ich mir das wirklich antun?“ auseinandersetzen. Das klingt vielleicht etwas krass, ist aber überlebenswichtig. Denn in der akademischen Forschung ist eine Karriere ohne Doktortitel nahezu unmöglich. Die zahlreichen Argumente für oder gegen eine Promotion kann jeder in der Schwemme von Ratgebern nachlesen. Letztlich ist es wichtig seine ganz persönliche Wahl sehr gründlich überlegt zu treffen. Will man nach diesem oft recht schwierigen Abwägungsprozess trotzdem herumforschen: Dann ist man sehr wahrscheinlich geeignet Wissenschaftler zu werden. Es erwartet einen dann ein sehr facettenreiches Leben in dem man insbesondere sich selbst kennen lernen wird. Letztlich kann ich nur hinzufügen: Wissenschaft bereichert das eigene Leben!